Warum wir wieder mehr selbst können sollten
Hallo zusammen!
Alpenluft ist – wie bereits letzte Woche beschrieben – in den Startlöchern. 🌿
Aktuell sind zwei Workshops online, die für uns gleichzeitig ein erster Testlauf sind. Wir möchten ausprobieren, was passiert, wenn Menschen wieder gemeinsam ins Tun kommen, etwas mit den eigenen Händen erschaffen und dabei von Menschen lernen, die ihr Handwerk wirklich beherrschen.
Zwei Workshops, zwei Handwerke, ein gemeinsamer Gedanke
Am 10. Oktober geht es um etwas, das uns im Alltag ständig begleitet: das Schneidebrett.
Beim Schneidebrett-Workshop bei der Biolandwirtschaft Bär in Andelsbuch zeigt uns Roland Bär, wie aus Holz ein hochwertiges, eigenes Schneidebrett entsteht.
Wir arbeiten mit dem Material, lernen die notwendigen handwerklichen Schritte kennen und nehmen am Ende nicht einfach irgendein Produkt mit nach Hause – sondern eines, das wir selbst hergestellt haben.
Am 20. September widmen wir uns einem anderen traditionsreichen Handwerk: dem Schnitzen.
Gemeinsam mit Mathias Zech lernen wir die Grundlagen des Schnitzens kennen. Mit Axt und Schnitzwerkzeug geht es darum, aus einem einfachen Holzrohling einen eigenen Löffel entstehen zu lassen.
Zum Schnitzworkshop mit Mathias Zech
Und genau hier beginnt für mich die eigentliche Idee hinter Alpenluft.
Handwerk ist Gold wert
Ich bin ein großer Verfechter von Bildung, Selbstführung und Persönlichkeitsentwicklung.
Aber manchmal glaube ich, dass wir dabei etwas Wesentliches vergessen haben: Wir sind nicht nur denkende Wesen. Wir sind auch Wesen, die handeln, ausprobieren, scheitern, korrigieren und erschaffen.
Wer sich schon einmal selbst an ein Werkstück gewagt hat, kennt diese Achterbahnfahrt.
Am Anfang steht vielleicht die Begeisterung.
Dann kommt der erste Fehler.
Dann funktioniert etwas nicht.
Man probiert es noch einmal.
Man ärgert sich.
Man findet eine Lösung.
Und plötzlich funktioniert es.
Genau in diesem Prozess steckt unglaublich viel Lernen.
Man erlebt Erfolg und Misserfolg nicht nur theoretisch, sondern unmittelbar. Man bekommt Feedback vom Material. Das Holz verzeiht einem keinen Denkfehler. Ein falscher Schnitt lässt sich nicht einfach wegklicken. Eine schlecht gesetzte Kante verschwindet nicht durch einen Neustart.
Man muss sich damit auseinandersetzen.
Und genau dadurch entsteht etwas, das in vielen modernen Lernformaten zu kurz kommt: Erfahrung.
Was Digitalisierung uns nicht abnehmen kann
Die Digitalisierung hat uns unglaublich viele Möglichkeiten eröffnet.
Wir können Wissen jederzeit abrufen. Wir können Onlinekurse besuchen, Tutorials ansehen, Seminare buchen und mit digitalen Werkzeugen arbeiten, die uns vor wenigen Jahren noch unvorstellbar erschienen wären.
Das ist großartig.
Aber gleichzeitig besteht die Gefahr, dass wir immer mehr Dinge konsumieren, anstatt sie selbst zu erleben.
Wir wissen immer mehr darüber, wie Dinge funktionieren.
Aber können wir sie auch selbst machen?
- Können wir etwas reparieren?
- Können wir mit Holz arbeiten?
- Können wir ein Werkzeug sicher benutzen?
- Können wir aus einem Rohstoff etwas Brauchbares herstellen?
- Können wir uns selbst helfen, wenn etwas nicht funktioniert?
Vielleicht liegt genau darin eine Form von Bildung, die wir wieder stärker entdecken sollten.
Wir sind Wesen der Techniken
Menschen haben sich immer dadurch weiterentwickelt, dass sie Techniken entwickelt haben.
- Was nicht funktioniert, wird verändert.
- Was besser funktioniert, wird übernommen.
- Aus Erfahrung entstehen Methoden. Aus Methoden entstehen Techniken. Und aus Techniken entsteht Können.
- Können wiederum schafft Freiheit.
Denn wer Dinge selbst kann, ist weniger abhängig davon, dass jemand anderer sie für ihn erledigt.
Das bedeutet nicht, dass wir alles selbst machen müssen.
Aber es macht einen Unterschied, ob wir etwas könnten, wenn wir müssten.
Für mich ist das ein wichtiger Teil von Selbstständigkeit und Selbstführung.
Nicht im Sinne von „Ich brauche niemanden“.
Sondern im Sinne von:
„Ich traue mir zu, etwas selbst in die Hand zu nehmen.“
Genau das soll Alpenluft fördern
Alpenluft möchte deshalb nicht einfach die nächste Plattform für Kurse und Workshops sein.
Wir wollen Räume schaffen, in denen Menschen ins Tun kommen.
- In denen Wissen nicht nur vermittelt, sondern erlebt wird.
- In denen man von erfahrenen Menschen lernen kann.
- In denen Fehler dazugehören.
- In denen man sich Zeit nimmt.
- Und in denen am Ende etwas entsteht, das man tatsächlich in den Händen hält.
Ein Schneidebrett.
Ein geschnitzter Löffel.
Oder vielleicht einfach die Erkenntnis:
„Das habe ich selbst geschafft.“
Genau diese Erfahrungen möchten wir sammeln, sichtbar machen und weitergeben.
Denn vielleicht brauchen wir in einer immer digitaler werdenden Welt nicht weniger Technik und Wissen. Vielleicht brauchen wir mehr echtes Können. Und vielleicht ist genau das ein Stück Alpenluft.
Wer viel selbst kann, ist unabhängig.
Und wer unabhängig ist, gewinnt ein Stück Freiheit.
Wir freuen uns, wenn du bei einem unserer ersten Workshops dabei bist.
Bis bald bei Alpenluft! 🌲
David

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